Der Kalmuswurzelstock, Shui Chang Pu (Acori calami rhizoma), wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin hauptsächlich als ein aromatisches, die Sinnesöffnungen befreiendes Arzneimittel eingesetzt.

Pinyin:
Shuǐ Chāng Pú
Synonym:
Calami rhizoma
Familie:
Araceaee (Aronstabgewächse)
Stammpflanze:
Acorus calamus
Deutscher Name:
Kalmuswurzelstock
Englischer Name:
Sweetflag Rhizome
Vorkommen:
Shui Chang Pu (Acori calami rhizoma) ist ursprünglich heimisch in der gemäßigten Zone Asiens vom Kaukasus bis Ost-Sibirien, China, Korea und Japan sowie im tropischen Asien in Bhutan, Nord-Indien, Nepal und Pakistan. Heute ist der Kalmus ebenfalls weit verbreitet in Europa und Nordamerika und in Röhrichten von Sümpfen, Teichen und an Ufern stehender oder langsam fließender Gewässer anzutreffen.
Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Im Herbst oder Winter werden die Wurzelstöcke des Kalmus ausgegraben, gereinigt und an der Sonne getrocknet. Die getrocknete Droge muss auf jeden Fall trocken gelagert werden, da sie sehr schimmelanfällig ist.
Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
Der Geruch ist aromatisch, der Geschmack zunächst scharf, später schwach bitter.
Temperaturverhalten:
warm
Geschmack:
scharf, bitter
Funktionskreisbezug:
Herz, Leber
Wirkrichtung:
emporhebend
Wirkort:
Lunge, Kopf, Augen
Wirkungsweise:
Shui Chang Pu (Acori calami rhizoma) regt den Speichelfluss und die Sekretion von Magensaft an und wird häufig gegen Appetitlosigkeit, dyspeptischen Beschwerden, äußerlich durchblutungsfördernd bei Rheumatismus, gegen Zahnfleischentzündungen und Angina. Der enthaltene Stoff Asaron wirkt dämpfend und beruhigend.
Traditionelle Verwendung:
- Ausleitung von Feuchtigkeit;
Anwendung bei getrübten Sinnesorganen, Tinnitus, Taubheit, Druck- und Spannungsgefühl im Bereich der Brust, Druck- und Spannungsgefühl im Bereich des Bauches; - Kanalisieren von Schleim;
Anwendung bei Bewusstseinstrübungen, Apathie, Tinnitus, Taubheit, dicken, klebrigen Zungenbelag, Stupor, Krampfneigung, rasende Unruhe; - Umwandlung von kaltem Schleim;
Anwendung bei Bewusstlosigkeit, Apathie, Stupor; - Öffnen der Energiebahnen und der Sinne;
Anwendung bei Bewusstlosigkeit, Bewusstseinstrübungen, Tinnitus, Taubheit; - Beseitigung von schädigendem Wind;
Anwendung bei Präapoplex, Druckgefühl im Brustbereich, Spannungsgefühl im Bauchbereich, Herzklopfen, Hypertonie, erhöhtem Blutdruck.
Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
1 g bis 10 g; Standard 6 g
Kochzeit:
Shui Chang Pu (Acori calami rhizoma) wird dem Dekokt am Schluss zugegeben, kurz aufgekocht und 3 Minuten ziehen gelassen.
Schwangerschaft:
Shui Chang Pu (Acori calami rhizoma) kann auch während der Schwangerschaft angewendet werden.
Giftigkeit:
Die Droge enthält je nach Herkunft unterschiedliche Mengen an Asaron. Möglicherweise können schwach mutagene, kanzerogene Effekte von cic-Isoasaron auftreten. Aus diesem Grund ist entsprechend Deutschem Arzneimittelcodex nur ein maximaler Gehalt an cis-Isoasaron von 0,5 Prozent zulässig (Reinheitsprüfung mittels HPLC).
Warnhinweis:
- Nicht anwenden bei Yin-Schwäche mit Zeichen von Glut!
- Vorsicht bei exzessivem Schwitzen und blutigem Erbrechen!