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Die Chinesische Wirtschaft im Jahr 2009

Nach einem BIP-Wachstum von 9,6 Prozent im Jahr 2008 fiel das Wachstum 2009 auf ein Acht-Jahres-Tief von 8,7 Prozent. Die Inflationsrate (Consumer Price Index) betrug 2009 -0,7 Prozent.

Zwar leidet Chinas Bankensystem kaum unter der globalen Finanzkrise, die Realwirtschaft des Landes ist jedoch nachdrücklich betroffen. Folge der Wirtschaftskrise ist ein scharfer Rückgang des lange Zeit boomenden chinesischen Außenhandels.

Die Regierung hat ihr Wachstumsziel von 8 Prozent für 2009 erreichen können. Die chinesische Wirtschaft ist um 8,7 Prozent gewachsen, was primär dem staatlichen Konjunkturprogramm und der expansiven Geldpolitik der chinesischen Zentralbank geschuldet ist. Investitionen trugen 8,0 und Konsum 4,6 Prozentpunkte zum Wachstum bei, das jedoch durch den schwachen Außenhandel (- 3,9 Prozentpunkte) gebremst wurde. Von einer nachhaltigen Erholung der chinesischen Konjunktur kann – aufgrund der weiterhin starken Abhängigkeit des chinesischen Wirtschaftswachstums von Exporten und der schwachen globalen Nachfrage – derzeit noch nicht ausgegangen werden.

Es wird davon ausgegangen, dass China jährlich mindestens 8 Prozent Wirtschaftswachstum benötigt, um um den Arbeitsmarkt stabil zu halten.

Besonders hart hat die Wirtschaftskrise die nach chinesischen Angaben 230 Millionen Wanderarbeiter getroffen, von denen rund 20 Millionen ihren Arbeitsplatz verloren haben. Dies belastet die Einkommen in ländlichen Regionen, die häufig von Transferzahlungen der Wanderarbeiter abhängen. Die Regierung verfolgt die Situation der Wanderarbeiter, wie insbesondere der 1,5 Millionen arbeitssuchenden Universitätsabgänger sehr aufmerksam, weil sie darin ein Potential sozialer Unruhen sieht. Nach offiziellen Angaben lag die städtische Arbeitslosenquote 2009 bei 4,2 Prozent. Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) schätzt die städtische Arbeitslosigkeit hingegen auf mindestens 8,5 Prozent, die ländliche auf 30 Prozent.

Die Umweltzerstörung ist als belastende Größe in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung erkannt worden und wurde für 2005 mit rund 50 Milliarden Euro beziffert. Als zusätzliches Ziel zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum wurde daher von der Regierung auch postuliertweniger Energie zu verbrauchen. Zudem will China den Anteil der Erneuerbaren Energien am Energiebedarf von derzeit 9 Prozent auf 15 Prozent bis 2020 anheben. Der CO2 Ausstoß soll bis zum Jahr 2020 pro Einheit des Bruttoinlandsprodukts um 40 bis 45 Prozent (verglichen mit 2005) gesenkt werden.

China bleibt auch im weltwirtschaftlichen Maßstab eine ernstzunehmende Größe. Als (noch) drittgrößte Volkswirtschaft, drittgrößte Handelsnation und mit rund 2,4 Billionen US-Dollar den weltweit höchsten Devisenreserven ist China neben Japan entscheidende Wirtschaftsmacht in der Region. Ausländische Unternehmen investierten 2009 wegen der Wirtschaftskrise rund 2,6 Prozent weniger in China als 2008, dennoch sind Direktinvestitionen nach China mit 90 Milliarden immer noch auf hohem Niveau. Die Volksrepublik war damit neben den USA das weltweit attraktivste Zielland für Direktinvestitionen. Umgekehrt investierten chinesische Unternehmen im Ausland im Jahr 2009 rund 43,3 Milliarden US-Dollar und damit 6,5 Prozent mehr als im Jahr 2008.

China hat Deutschland überholt

Im Jahr 2009 hat China offensichtlich Deutschland als Exportweltmeister abgelöst. Trotz der weltweiten Wirtschaftskrise und ohne den Dezember mitzurechnen führte China Waren im Wert von über einer Billion Dollar aus. Damit ist China das Land mit den höchsten Exporten weltweit.

Wie die chinesische Zollverwaltung meldete führte China 2009 bis einschließlich November Waren im Wert von 1071 Milliarden Dollar aus. Auch wenn die Zahlen für Dezember noch abgewartet werden müssen, zeigt sich ein deutlicher Vorsprung gegenüber Deutschland.

Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" belaufen sich die Ausfuhren Chinas in den ersten zehn Monaten auf Waren im Wert von 957 Milliarden Dollar. Deutschland dagegen erreichte nur Exporte mit einem Volumen von 917 Milliarden Dollar. Zwar sind die Ausfuhren der Volksrepublik China in den ersten zehn Monaten um 20,4 Prozent zurückgegangen. Dem gegenüber sind die Exporte Deutschland aber um 27,4 Prozent eingebrochen.

Schon im Jahr 2007 löste China Deutschland als die weltweit drittgrößte Volkswirtschaft ab. Und schon in diesem Jahr wird erwartet, dass China auch Japan überrunden wird. Damit wäre China hinter den USA die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt.

China ist wieder auf Wachstumskurs

Ersten Verlautbarungen zufolge dürfte die chinesische Wirtschaft im vierten Quartal 2009 um 10 Prozent wachsen. Zu Beginn des Jahres 2010 soll die chinesische Wirtschaft weiter an Fahrt gewinnen. Somit scheint es keinen Zweifel mehr zu geben, dass das chinesische Konjunkturprogramm zur Stützung der Binnenwirtschaft gegriffen hat. Schon im dritten Quartal 2009 legte Chinas Wirtschaft um 8,9 Prozent zu.

Warnung vor einer Blase im Immobilienmarkt

Seitens der Zentralbank Chinas gibt es bereits erste Warnungen vor einer Immobilienblase. Ungezügelte Spekulationen auf dem Immobilienmarkt gleichen einer Zeitbombe, die das zukünftige Wachstum bedrohen könnte. Daher fordert die Notenbank ein sofortiges Ende der Unterstützung des Immobiliensektors. In einem Meinungsartikel der "Financial News", eine von der staatlichen Notenbank herausgegebenen Publikation, heißt es: "Wenn China seine Förderung nicht zurückfährt, könnten die Preise und der Markt außer Kontrolle geraten." Besonders der Bausektor wurde im nationalen Konjunkturprogramms Chinas besonders gestützt.

Die Anzeichen einer Überhitzung des Martes für Immobilien mehren sich. Die Investitionen schnellten in den ersten zehn Monaten des Jahres 2009 um 18,9 Prozent in die Höhe. Dagegen war es in den ersten zwei Monaten Januar und Februar nur ein Prozent. Der Bau ist ein wichtiger Pfeiler der chinesischen Wirtschaft, weshalb dieser starke Anstieg von der chinesischen Regierung auch begrüßt wird. Jedoch nehmen auch die Spekulationen rasant zu. Sollte der Markt plötzlich einbrechen und tausende Menschen ihre Ersparnisse verlieren, könnte China ein soziales Problem mehr bekommen. Die Gefahr von Unruhen könnte sich erhöhen.

Die chinesiche Wirtschaft gewann in den ersten drei Quartalen 2009 wieder an Fahrt

Während man in den USA glaubt langsam das Ende der Rezession erkennen zu können, ist die chinesische Wirtschaft bereits wieder auf Wachstumskurs und erreicht wieder Konjunkturrekorde. Das Wachstum der chinesischen Wirtschaft lag laut Regierungsangaben im dritten Quartal 2009 bei 8,9 Prozent. Das ist das stärkste Wachstum in diesem Jahr. Im zweiten Quartal betrug das Wachstum nur 7,9 Prozent und im ersten lediglich 6,1 Prozent.

Für die ersten drei Quartale des Jahres wurde ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 7,7 Prozent errechnet. Durch diese positive Entwicklung ist das chinesische Statistikamt davon überzeugt, dass das von der Regierung gesteckte Ziel eines Wachstums des BIP von acht Prozent in diesem Jahr erreicht werden wird. Der Sprecher der Behörde, Li Xiaochao, wies jedoch auch darauf hin, das die unzureichende Nachfrage aus dem Ausland weiterhin ein Problem für die stark exportorientierte Wirtschaft in China darstellt. Dagegen sei es eine "mühsame Aufgabe" die Binnennachfrage anzukurbeln.

Die weltweit drittgrößte Volkswirtschaft hatte vor der globalen Wirtschaftkrise in den Jahren 2003 bis 2008 Wachstumsraten im zweistelligen Bereich erwirtschaftet. Im November des vergangenen Jahres stellte die Regierung ein Konjunkturprogramm von umgerechnet 400 Milliarden Euro auf.

Trotz der Erholung ist mit einer gewissen Volatilität zu rechnen. Auch in den kommenden Monaten sind vorübergehende Rückgänge möglich.

Positive Daten der Konjunktur nährten in China bereits im Monat Mai 2009 die Hoffnung auf eine nachhaltige Erholung der Wirtschaft.
Das verarbeitende Gewerbe hatte im Mai aufgrund einer Zuhname der Exportaufträge einen leichten Zuwachs verzeichnet. Zwar viel der ofizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) leicht von 53,5 auf 53,1, befindet sich aber bereits seit drei Monaten über der wichtigen Marke von 50 Punkten. Der Einkaufsmangerindex des Hongkonger Forschungsinstitut CLSA verzeichnet ein Zehnmonatshoch mit 51,2 Punkten nach 50,1 Punkten im April und zeigt nur geringe Schwächeanzeichen. Damit ist signalisiert, dass sich der Industriesektor auf dem Weg einer nachhaltigen Erholung befindet. Besonders die Nachfrage aus dem Inland sei gesund und stieg den zweiten Monat in Folge von 50,9 auf 53,4 Punkte.

Goldbestände sind höher als bislang vermutet

Laut der Nachrichtenagentur Xinhua vom 24. April 2009 sind die offiziellen Goldbestände Chinas deutlich höher als bisher angenommen wurde. Die Goldreserven stiegen nach Angaben der staatlichen Devisenbehörde SAFE seit 2003 um 454 Tonnen auf 1054 Tonnen. Ende März ging man insgesamt von nur 600 Tonnen Gold aus. Die Devisenbehörde habe nach und nach ihre Goldbestände aus heimischen Goldquellen ausgebaut. Mittlerweile ist China ist der weltweit größte Goldförderer.

Wachstum auf Rekordtief

Chinas Wirtschaft wächst und wächst. Jedoch waren die Zeiten des zweistelligen Wachstums in den ersten drei Quartalen vorerst vorbei. Der Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) im ersten Quartal 2009 liegt bei 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Damit ist die Zeit der vierteljährlichen Wachstumsrekorde vorerst vorbei. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua sprach von dem schlechtesten Wachstum der letzten zehn Jahre.

Im letzten Quartal des Jahres 2008 lag das Wachstum der Wirtschaft noch bei 6,8 Prozent, im ersten Quartal sogar bei 10,6 Prozent.

Auch der Rückgang der ausländischen Direktinvestitionen hat sich im März 2009 abgeschwächt und lag bei 9,5 Prozent zum entsprechenden Monat des Vorjahres. Dies ist im Gegensatz zu den Einbrüchen im Februar mit 15,8 und im Januar mit 32,6 Prozent ein recht moderater Rückgang.

Li Xiaochao, Leiter des chinesischen Büros für Statistik sieht das aktuelle Wirtschaftswachstum in Betracht der schweren Globalen Wirtschaftskrise durchaus als Erfolg. Er sprach von positiven Veränderungen und verwies auf die durch die ausgeweitete Kreditvergabe und das staatliche Konjunkturprogramm hohen Investitionen. So stiegen die Anlageinvestitionen im ersten Quartal des Jahres um 28,8 Prozent. Er rechnet auch für di Zukunft mit weiterhin schnell wachsenden Investitionen.

Chinas Währungsreserven wachsen weiterhin

Chinas Devisenvermögen ist laut der Zentralbank trotz der weltweiten Wirtschaftskrise weiter gestiegen. Die Währungsreserven wuchsen auf 1,954 Billionen Dallar und sind somit um 16 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Dies teilte die Zentralbank am Sonnabend, den 11. April 2009 mit. Jedoch verlangsamte sich der Zuwachs im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahrszeitraum erheblich. Der Anstieg betrug nur noch 7,7 Milliarden Dollar und liegt somit 146,2 Milliarden niedriger als im gleichen Zeitraum im Jahr 2008.

Die Volksrepublik hat in den vergangenen Jahren auf Grund des Wirtschaftsbooms im Land und der hohen Exportleistung die weltweit höchsten Devisenreserven aufgebaut. Rund 70 Prozent der Reserven sollen in Dollar angelegt sein unter denen sich auch amerikanische Staatsschuldverschreibungen befinden.

Die chinesische Staatsführung ist inzwischen um die Sicherheit der Dollarreserven besorgt und forderte deswegen vor dem Lononer Weltfinanzgipfel einen stabileren Dollar und schlug als Alternaive die Einführung einer neuen Leitwährung vor.

Tiefpunkt nach dramatischem Einbruch der Exporte erreicht?

Im März sanken die Exporte den fünften Monat in Folge. Sie fielen um 17, 1 Prozent geringer aus als im Vorjahresmonat. Gegenüber den beiden Vormonaten hat sich der Abwärtstrend jedoch verlangsamt. Dagegen fielen die Importe im März um 25,1 Prozent und es ergibt sich ein Handelsüberschuss von 18,56 Milliarden Dollar.

Fan Gang, Berater der Zentralbank sah den Tiefpunkt der Wirtschaft in China bereits erreicht. Er sagte am 25. März in Hongkong: "Bevor es mit der Wirtschaft wieder aufwärts geht, muss sie die Talsohle erreichen. Ich glaube, dort ist sie dank des Konjunkturprogramms und angesichts von Zeichen der Wiederbelebung in einigen Branchen angekommen."

Als ein Zeichen der wirtschaftlichen Erholung wird die Verlangsamung des Abwärtstrends der Stahl- und Energieindustrie, die Steigerung der Verkäufe von Autos um 25 Prozent und das Anziehen der allgemeinen Investitionen gewertet. Auch im Verkehrswesen seien Zeichen einer Belebung erkennbar.

Kurzfristige Risiken sieht Fan Gang in den weiterhin hohen Lagerbeständen und der Überproduktion in einer Reihe von Industriezweigen. Deshalb schließe er, abhängig von der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft und der Wirkung des Kunjunkturprogrammes, weitere Zinssenkungen nicht aus.

Trotz der internationalen Wirtschaftskrise verkündete Wen Jiabao im März während des Volkskongresses der Kommunistischen Partei Chinas ein Wachstum von 8 Prozent als Jahresziel, um so den Verlust von Arbeitsplätzen möglichst zu vermeiden. Dies wäre das niedrigste Wachstum seit 1999. Die Weltbank erwartet für China jedoch nur ein Wachstum von 6,5 Prozent, welches gegenüber dem Schrumpfen der Wirtschaften der meisten Industienationen immer noch überaus beachtlich wäre.

Inzwischen hat die Regierung das Konjunkturpaket auf 590 Milliarden Dollar aufgestockt und gab bekannt, dass die ersten Maßnahmen bereits zu greifen beginnen. Die zusätzlichen Mittel sollen vor allem in die Schlüsselindustrien, wie der Stahlproduktion und dem Automobilbau fließen und auch zur Unterstützung der Landbevölkerung verwendet werden.

Außerdem wies der Regierungschef darauf hin, dass sich die Probleme wie mangelnde soziale Absicherung und ein unzureichendes Gesundheitssystem durch die weltweite Wirtschaftskrise noch verstärken werden, rief aber auch die Bevölkerung zu Zuversicht auf. Die Volkrepublik erwartet durch die hohen Ausgaben zur Ankurbelung der Konjunktur das höchste Staatsdefizit seit der Gründung. Es soll sich auf 950 Milliarden Yuan (110 Milliarden Euro) belaufen. Es bleibt jedoch unter der kritischen Marke von 3 Prozent des Bruttoinlandproduktes und sei damit tragebar. Im Vorjahr lag das Defizit bei gerade mal 0,6 Prozent. Sollte das Wachstum sich im zweiten Quartal weiter abschwächen, so bliebe noch genügend Spielraum für weitere Ausgaben, meinte Jia Kang, Präsident eines wirtschaftlichen Institutes des Finanzministeriums.

Die Exporte der Volksrebublik China brachen im Februar um 25,7 Prozent ein. Durch das Ausbleiben der weltweiten Nachfrage nach Spielwaren, Schuhen und anderen Gütern aus China, mussten inzwischen tausende Fabriken schließen und 20 Millionen Wanderarbeiter verloren ihre Arbeitsplätze. Da der Export das Rückrat der chinesischen Volkswirtschaft ist, wächst der Druck auf die Regierung, eine Erhöhung der Inlandsnachfrage zu erreichen.
Chen Deming, Handelsminister Chinas hält ein baldiges Ende des Abschwungs für unwahrscheinlich.

Im Zuge der weltweiten Finanzkrise werden die Auswirkungen auf die sehr von Exporten abhängige Wirtschaft Chinas immer spürbarer. Im Januar fielen die Ausfuhren im Jahresvergleich um 18 Prozent. Während die Exporte im Oktober noch um 15 Prozent stiegen, sanken die sie im November im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent und im Dezember sogar um 2,8 Prozent. Die Ausfuhren von Industriegütern machen in der Vilksrepublik China mehr als 40 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) aus.

Die Einfuhren brachen im Dezember sogar um 21,3 Prozent ein. Das ist der erste Rückgang seit sieben Jahren und der größte seit April 1999. Die Steuereinnahmen der Volksrepublik China gingen drastisch zurück. Das Wirtschaftswachstum fiel auf neun Prozent zurück nachdem es im ersten Halbjahr noch bei 10,4 Prozent lag.

Für das Jahr 2009 prognostiziert die Weltbank für die Volksrepublik China nur noch ein Wirtschaftswachtum von 7,5 Prozent. Das ist bedeutend mehr als in den großen Industrieländern, die sich zunehmend sogar in der Rezession befinden, gemessen an den Wachstumsraten der vergangenen fünf Jahre im zweistelligen Bereich, verdeutlicht diese Zahl doch einen starken Rückgang der boomenden Volkswirtschaft. Damit beginnen die Probleme auch für die chinesischen Regierung, die ein Mindestwachtum von 8 Prozent für den Erhalt der sozialen Stabilität für unbedingt notwendig erachtet. Ein Wachstum unter dieser Marke würde nicht ausreichen, um genügend neue Arbeitsplätze für die Milliarden-Bevölkerung zu schaffen.

Die Nachfrage aus den USA und der EU ist drastisch gesunken. Mehr und mehr Billigfabriken befinden sich in der Insolvenz. Bereits im ersten Halbjahr 2008 mussten 67.000 Fabriken wegen höherer Umweltauflagen im Zuge der Olympischen Spiele ihr Produktion einstellen. Einige der Betriebe verlagerten die Produktion in noch billigere Länder wie Bangladesch oder Vietnam, andere Betriebe konnten sich von der Zwangspause für die Produktion bis heute nicht erholen. Dabei muss China jährlich rund zehn Millionen Wanderarbeiter, die in die Großstädte kommen, mit neuen Jobs versorgen.

Die Partei in Peking schätzt jedoch, dass schon jetzt 20 Millionen Wanderarbeiter vor dem Nichts stehen. Auch deshalb und um zu verhindern, dass enttäuschte Hoffnungen zu Aufständen führen, bekamen fast 80 Millionen Chinesen zum chinesischen Neujahrsfest von der Regierung einen roten Umschlag mit jeweils 100 Yuan für Bewohner auf dem Land und 150 Yuan für Städter. Mit solchen Geldgeschenken, dem Hong Bao, beschenken sich traditionell zum chinesischen Neujahrsfest die Familienmitglieder.

Als Reaktion auf die aktuelle wirtschaftliche Lage will die Volksrepublik China den Konsum im Inland ankurbeln und konzentriert sich dabei auf die rund 800 Millionen Bauern, die über das staatliche Land, das sie bewirtschaften, freier verfügen dürfen.

Weiterhin will die Volksrepublik China für ein Konjunkturprogramm zur Ankurbelung der Binnennachfrage über das Jahr 2010 hinaus die Summe von umgerechnet 460 Milliarden Euro auflegen und in den Ausbau der Infrastruktur und in Sozialleistungen investieren. Die Gelder sind vorranging für den Wohnungsbau, neue Eisenbahnlinien, Straßen, Flughäfen und für das Gesundheits- und Bildungssystem reserviert.

Auch soll die Finanzpolitik deutlich gelockert werden. Seit Mitte September senkte die Zentralbank die Zinsen bereits mehrmals um einen Prozentpunkt. Mit einer Lockerung der Kreditvergabe sollen vor allem kleine und mittelständische Firmen gestärkt werden.

Weniger kritisch sehen die Experten die Abkühlung der Konjunktur, da die hohen Wachstumsraten der letzten Jahre drohten zu einer Überhitzung der Wirstschaft zu führen. Die chinesische Regierung versuchte das Wachstum durch Zinserhöhungen zu bremsen.


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