In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird der Alang-Alang-Graswurzelstock – Bai Mao Gen (Imperatae rhizoma) – als ein das Xue (Blut) regulierendes, kühlenes und blutstillendes Arzneimittel verwendet. Erstmalige Erwähnung fand diese Droge im Shen Nong Ben Cao Jing (Shen Nong’s Kräuter).
Pinyin:
Bái Máo Gēn
Synonym:
Máo Gēn – 茅根
Familie:
Poaceae (Süssgräser)
Stammpflanze:
Imperata cylindrica var. major (Nees) C. E. Hubb. ex C. E. Hubb. et Vaugh.
Deutscher Name:
Alang-Alang-Gras, Erdspross
Englischer Name:
Lalang Grass Rhizome
Vorkommen:
Bai Mao Gen (Imperatae rhizoma) ist überall in China anzutreffen.
Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Der Erdspross wird im Frühling oder im Herbst ausgegraben, gereinigt und an der Sonne getrocknet. Bai Mao Gen (Imperatae rhizoma) sollte trocken gelagert werden.
Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
Bai Mao Gen (Imperatae rhizoma) weist einen leichten Geruch auf und hat einen süßen Geschmack.
Temperaturverhalten:
kalt
Geschmack:
süß
Funktionskreisbezug:
Lunge, Magen, Dünndarm, Blase
Wirkrichtung:
absenkend
Wirkort:
oberer und unterer Wärmebereich
Wirkungsweise:
Bai Mao Gen (Imperatae rhizoma) ist bei akuter Nephritis (entzündliche Erkrankungen der Niere) und wirkt unter Laborbedingungen antibiotisch.
Traditionelle Verwendung:
- Zerstreuen von Hitze;
Anwendung bei fiebrigen Erkrankungen mit Durst, Aufstoßen und trockenem Husten; - Kühlen von Hitze im Funktionskreis Magen;
Anwendung bei Übelkeit, Brechreiz, Durst; - Kühlen von Hitze im Funktionskreis Lunge;
Anwendung bei Husten, Atembeschwerden; - Kühlen des Xue (Blut);
Anwendung bei blutigem Erbrechen, Nasenbluten, Blut im Urin, blutiger Husten; - harntreibend;
Anwendung bei Stauungen von Flüssigkeit, schmerzhaften Funktionsstörungen der Blase, Ödemen, Gelbsucht, Cystitis (Entzündung einer Blase, z.B. Harnblase, Gallenblase); - Stillen von Blutungen;
Anwendung bei blutigem Erbrechen, Nasenbluten, Blut im Urin; - Stützung und Ergänzung des Yin;
Anwendung zur Erhaltung und Kühlung der Säfte.
Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
10 g bis 30 g; Standard 10 g
Kochzeit:
10 Minuten
Kombination mit anderen Arzneien der TCM:
- bei Xue-Hitze in Verbindung mit blutigem Auswurf, Nasenbluten, blutigem Urin, blutigem Erbrechen
zusammen mit Da Ji (Cirsii japonici herba), Ou Jie (Nelumbinis nodus rhizomatis); - bei durch Hitze hervogerufenem Nasenbluten, blutigem Urin, blutigem Auswurf
zusammen mit Sheng Di Huang (Rehmanniae radix), Ou Jie (Nelumbinis nodus rhizomatis); - bei feuchter Hitze in Verbindung mit Ödemen, Gelbsucht
zusammen mit Chi Xiao Dou (Phaseoli calcarati); - bei Schwäche des Qi
zusammen mit Huang Qi (Astragali radix); - bei fiebriger Hitze in Verbindung mit Durst und Reizbarkeit
zusammen mit Lu Gen (Phragmitis rhizoma); - bei fiebriger Hitze in Verbindung mit Übelkeit, Erbrechen
zusammen mit Ge Gen (Pueraria radix).
Schwangerschaft:
Während der Schwangerschaft sollte Bai Mao Gen (Imperatae rhizoma) nur mit Vorsicht angewendet werden.
Giftigkeit:
In Tierexperimenten wurde bei hoher Dosierung vorübergehende Verlangsamung der Bewegung und gesteigerte bzw. überhöhte Atemfrequenz festgestellt.
Warnhinweis:
- Nicht anwenden bei Kälte-Schwäche der Mitte!