In ganz China fiebern und arbeiten hunderte Millionen Menschen dem Tag entegegen, an dem sie ihr erstes Auto kaufen können. Allein in Beijing sind es täglich 2.000 Menschen die ihr erstes Auto kaufen. Doch auch Kühlschränke, Tiefkühltruhen und Fernseher stehen auf ihren Einkaufslisten. Das 1,3-Milliardenvolk hat einen riesigen Nachholbedarf an Konsumgütern. Inzwischen hat China die USA als weltgrößten Produzenten von Kohlendioxid bereits überholt. Beiden Staaten sind zusammen verursachen mehr als 40 Prozent der globalen Emissionen. Nun ist das Land gezwungen und hat auch den Willen seinen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Doch die Wirtschaft ist weiter im Wachsen begriffen und wird voraussichtlich noch bis ins Jahr 2030 zu einem Anstieg des Kohlendioxidausstoßes führen und die Angst um das weitere Wirtschaftswachstum ist groß. Die Volksrepublik China befindet sich auf einer Gratwanderung zwischen globalem Umweltschutz und den Bedürfnissen der Menschen. "Wie soll man ein Pferd zum Wachsen bringen, wenn man ihm kein Gras gibt?", lautet ein chinesisches Sprichwort. Viele Chinesen geben zu bedenken, dass China als die neue Fabrik der Welt sehr viele Waren für den Westen produziert. Natürlich entsteht hierbei auch das Kohlendioxid, das in den alten Industrienationen der westlichen Welt eingespart wird. China steht am Beginn eines Langen Marsches zum Klimaschutz und einer grünen Revolution.
China könnte im Kampf gegen die Erwärmung der Erde eine Vorreiterrolle übernehmen. Offenbar wollten Chinas Vertreter beim Klimagipfeltreffen im September 2009 ehrgeizige Ziele zur Senkung des CO2-Ausstoßes der Öffentlichkeit vorstellen.
Yvo de Boer, Chef des Klimarates der Vereinten Nationen, sagte beim internationalen Klimagipfel in New York, dass China weitgehende Maßnahmen zur Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes verkünden werde. Als sicher galt, dass Hu Jintao, der Staatschef der Volksrepublik "eine Reihe ehrgeiziger und substantieller Maßnahmen" ankündigen werde. Die chinesischen Emissionen an Treibhausgasen werden sich damit auf sehr bedeutende Art verringern. Fest steht das China den Zuwachs an Kohlendioxid-Emissionen bis zum Jahr 2020 "beträchtlich" bremsen will. Dadurch könnte sich China "zu einer der führenden Nationen im Kampf gegen den Klimawandel" entwickeln.
Schon vor dem Klimagipfel in New York erklärte China bis 2020 rund 15 Prozent des Energiebedarfes durch erneuerbare Energien decken zu wollen.
Die chinesische Führung plant demnach die Produktion von erneuerbaren Energien sowie die Energieeffizienz in der Industrie, bei Gebäuden und im Straßenverkehr stärker zu fördern. Weiterhin sollen bestehende Industrieanlagen mit hohem Schadstoffausstoß geschlossen werden. "Das wird die Richtung des chinesischen Wirtschaftswachstums grundlegend verändern, und das ist genau das, was auch Barack Obama verstehen muss", sagte der Chef des Uno-Klimasekretariats.
Die Volksrepublik China hatte erst vor kurzem die Vereinigten Staaten in Bezug auf den Ausstoß von schädlichen Treibhausgasen überholt. Da die beiden Länder zusammen mehr als 40 Prozent der weltweiten Emissionen verursachen, sei es wesentlich, dass sie sich ernsthaft für den Klimaschutz engagierten und anderen Staaten darin vorangingen, meinte Yvo de Boer.
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