Oktober 2009
China und Taiwan werden sich im kommenden Jahr weiter annähern. Beide Länder wollen im Jahr 2010 Fremdenverkehrsämter austauschen. Bereits im Februar 2010 soll das taiwanesische Büro in Peking eröffnet werden, meinte Yang Rwei Chong, der designierte Chef des Büros. Damit wird Yang der ranghöchste Vertreter Taiwans in Peking sein. Seine Ernennung ist ein weiterer Schritt zur weiteren Annäherung zwischen China und Taiwan und zur Normalisierung der Beziehungen.
Bereits im Juli diesen Jahres hatten sich beide Seiten im Grundsatz auf den Austausch Fremdenverkehrsämtern geeinigt.
Seit seinem Amtsantritt 2008 bemüht sich Ma Ying Jeou, der Präsident Taiwans, um eine Normalisierung der Beziehungen zu China.
Taiwan hat sich nach dem Bürgerkrieg 1949 von China abgespalten. China beansprucht Taiwan aber bis heute noch als Teil der Volksrepublik China.
Zur Eröffnung der jährlichen Sitzung des Nationalen Volkskongresses bot Wen Jiabao, der Ministerpräsident Chinas, Taiwan direkte Gespräche über politische und militärische Fragen an. Er wollte damit einen Schritt in die Richtung zur Beendigung der Feindseligkeiten zwischen beiden Seiten gehen.
In seiner Rede, in der er die Arbeit der Regierung im vergangenen Jahr erläuterte, betonte Wen Jiabao, dass sich die Beziehungen beider Seiten schon deutlich verbessert hätten und entscheidende Durchbrüche gegeben habe. Im Vergleich zu den Reden der Vergangenheit auf dem Nationelen Volkskongress war dies ein bedeutend gemäßigterer Ton in Bezug auf Taiwan.
Ohne Einzelheiten zu nennen erklärte der Chef der chinesischen RegierungZiel der Gepräche die Beendigung der Feindseligkeiten mit Taiwan und den Abschluss eines Friedensabkommen als Ziel der Gespräche.
Die Verbesserung der Beziehungen zwischen China und Taiwan gehen auch auf dem Gebiet der Wirtschaft voran. Seit dem 1. Mai 2009 dürfen chinesische Firmen in Taiwan investieren. Das Handelsministerium unterstützt aktiv investitionsbereite Firmen bei der Suche nach Kaufgelegenheiten in Taiwan.
Unter den ersten Firmen, die von dieser Möglichkeit gebrauch machten, ist China Mobil. Gemessen an der Kundenzahl ist China Mobil der größte Mobilnetz-Betreiber weltweit. Da die Branche in Taiwan technologisch weiterentwickelt ist, kaufte sich China Mobil bei Taiwans Far EasTone für umgerechnet 400 Millionen Euro ein und verspricht sich durch diese Kooperation tiefere Einblicke in zukünftige Trends im Bereich der Mobiltelefontechnik.
Taiwan und China sind seit dem Bürgerkrieg von 1949 getrennt. Während sich Taiwan als eigenständigen Staat versteht, betrachtet die Regierung in Peking die Insel weiter als Teil Chinas. In der Vergangenheit war aus Peking zu hören, das Ziel einer Vereinigung könne notfalls auch mit Gewalt erreicht werden. Die Beziehungen haben sich inzwischen jedoch deutlich verbessert, seit in Taiwan im Mai vergangenen Jahres Präsident Ma Ying Jeou an die Macht kam. Auch Ma betont die Unabhängigkeit der Insel mit 23 Millionen Bewohnern. Er hat sich aber für einen deutlichen Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen eingesetzt.
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