Die erstmals im Ben Cao Tu Jing erwähnten Buddhahandfrüchte – Fo Shou (Citri sarcodactylis fructus) – werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin hauptsächlich als ein Arzneimittel zur Regulierung des Qi-Flusses verwendet. Ihren Namen verdanken sie ihrer außergewöhnlichen Form mit vielen Fingern. Gemeinsam mit der gelben Farbe erinnern manche Früchte an eine Hand. Da diese handähnliche Früchte durch die Natur hervorgebracht wurden, symbolisieren sie die Hand Buddhas.
Buddhas Hand
In China werden die Buddhahandfrüchte zum Chinesischen Neujahrsfest gern als Opfergaben in den buddhistischen Tempeln verwendet. Als Gemüse werden sie jedoch erst nach dem Fest verwendet, wenn sie tatsächlich reif sind. Man kann sie auch als Gemüse roh oder gekocht genießen. Dabei sollte man beachten, dass es zwei verschiedene Sorten mit unterschiedlichem Geschmack gibt. Die einen sind recht bitter, besonders die Schale. Die anderen schmecken eher süß.
Pinyin:
Fó Shǒu
Familie:
Rutaceae (Rautengewächse)
Stammpflanze:
Citrus medica L. var. Sarcodatylus Swingle
Deutscher Name:
Buddhahandfrüchte, Fingerzitrone
Englischer Name:
Finger citron fruit, Buddha hand
Vorkommen:
Fo Shou (Citri sarcodactylis fructus) findet man vor allem in den südlichen chinesischen Provinzen Sichuan, Guangdong und Fujian.
Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Die Buddhahandrüchte im Herbst bevor sie gelb werden geerntet, in dünne Scheiben geschnitten und an der Sonne getrocknet. Sie sollten kühl und trocken gelagert werden. Zu beachten ist insbesondere die Anfälligkeit gegenüber Schimmel und Insektenfraß.
Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
Die Früchte haben einen angenehmen Duft, schmecken bitter und leicht süß.
Temperaturverhalten:
warm
Geschmack:
scharf, bitter, sauer
Funktionskreisbezug:
Leber, Milz, Magen, Lunge
Wirkrichtung:
absenkend
Wirkort:
Mitte, mittlerer Wärmebereich (Calorium), Lunge
Traditionelle Verwendung:
- Bewegung und Regulierung des Qi; Entspannung des Funktionskreises Leber;
Anwendung bei Spannungsgefühl im Oberbauch (Epigastrium), Schmerzen im Bereich der Brust, im seitlichen Oberbauch (Hypochondrium) und an den Rippenbögen, Aufstoßen, Schluckauf, Appetitverlust; - Stützung und Ergänzung des Qi;
Anwendung bei Schmerzen im Oberbauch (Epigastrium), Spannungsgefühl im Bauchbereich (Abdomen), Appetitverlust, Brechreiz; - Harmonisierung des Funktionskreises Magen;
- Anwendung bei Völlegefühl im Oberbauch (Epigastrium), verminderten Appetit, Erbrechen;
- Umwandlung von Schleim;
Anwendung bei Husten mit Auswurf, Appetitverlust, Brechreiz, Spannungsgefühl im Bauchbereich (Abdomen).
Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
2 g bis 10 g; Standard 4 g
Kochzeit:
20 Minuten
Kombination mit anderen Arzneien der TCM:
- bei Stagnation des Leber-Qi mit Spannungsgefühl, Druck im Brustraum (Thorax), Schmerzen am Rippenbogen, Aufstoßen, Schluckauf, Appetitlosigkeit
zusammen mit Xiang Fu (Cyperi rhizoma), Bai Dou Kou (Amomi rotundus fructus); - bei Schleim im Funktionskreis Lunge in Verbindung mit Husten mit Auswurf
zusammen mit Ban Xia (Pinelliae rhizoma), Fu Ling (Poriae sclerotium cocos albae), Sheng Jiang (Zingiberis rhizoma recens).
Schwangerschaft:
Fo Shou (Citri sarcodactylis fructus) kann auch während der Schwangerschaft angewendet werden.
Warnhinweis:
- Nicht anwenden bei Hitze, Glut und Schwäche des Yin!