Gekeimte Gerstenkörner Mai Ya (Hordei fructus germinatus) sind in der Traditionellen Chinesischen Medizin als Arzneimittel zur Förderung der Verdauung bekannt. Weiterhin unterstützen sie den Stoffwechsel und wirken unterstützend bei abklingenden Krankheiten des Verdauungstracktes. Neuere Forschungen bescheinigen diesem Arzneimittel eine Wirksamkeit bei akuter Hepatitis.
Pinyin:
Mài Yá
Traditionelle Langzeichen:
麥芽
Familie:
Oaceae (Süssgräser)
Stammpflanze:
Hordeum vulgare L.
Deutscher Name:
Gekeimte Gerstenkörner, Malz
Englischer Name:
Germinated Barley, Barley Sprot, Malt
Vorkommen:
Mai Ya (Hordei fructus germinatus) ist in ganz China zu finden.
Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Die reifen Gerstenkörner werden in Wasser eingeweicht und zum Keimen gebracht. Wenn die Keime eine Länge von 0.5 cm haben werden sie getrocknet.
Sie sind gut belüftet und trocken zu lagern und vor Insektenfrass zu schützen.
Inhaltsstoffe:
Amylase, Maltose, Glucose, Vitamin B
Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
Gekeimte Gerstenkörner sind im Geschmack leicht süß.
Temperaturverhalten:
neutral mit warmer Tendenz
Geschmack:
salzig, süß
Funktionskreisbezug:
Milz, Magen, Leber
Meldearznei:
Leber-Leitbahn
Wirkrichtung:
absenkend
Wirkort:
Mitte, mittlerer Wärmebereich (Calorium)
Wirkungsweise:
- verdauungsfördernd;
- cholesterinsenkend;
- laut neueren Forschungsergebnisse wirksam bei akuter Hepatitis;
- stützt den Stoffwechsel;
- wirkt unterstützend bei abklingenden Krankheiten des Verdauungssystems.
Traditionelle Verwendung:
- Harmonisierung und Stützung der mittleren Funktionskreise;
Anwendung bei stockender Verdauung, Druck und Spannungsgefühl im Oberbauch, Appetitverlust, Verdauungsstörungen durch Milch bei Kindern; - Zerstreuen von Stauungen;
Anwendung bei Völlegefühle, Spannungsgefühl im Oberbauch, Verdauungsstörungen, Stauungen, Stagnation durch unverdaute Nahrung; - Zurücknehmen von Milch;
Anwendung bei schmerzhaftem Spannungsgefühl der Mammae, Abstillen; - Bewegung und Regulierung des Leber-Qi;
Anwendung bei Spannungsgefühl im Epigastrium (Oberbauch), epigastrische Schmerzen, Aufstoßen, Appetitverlust; - Stützung und Ergänzung des Mitte-Qi;
Anwendung bei Verdauungsstörungen durch Nahrungsstagnation, Appetitverlust.
Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
6 g bis 15 g; Standard 10 g
Kochzeit:
20 Minuten
Kombination mit anderen Arzneien der TCM:
- bei Nahrungsstagnation, Verdauungsstörungen
zusammen mit Shen Qu (Massa medicata fermentata); - bei Schwäche der Mitte, Verdauungsstörungen
zusammen mit Gan Jiang (Zingiberis rhizoma); - bei Verdauungsstörungen, Spannungen im Bauchbereich
zusammen mit Shan Zha (Crataegi fructus), Shen Qu (Massa medicata fermentata); - bei Schwäche der Mitte, Appetitlosigkeit, Schwächegefühl
zusammen mit Bai Zhu (Atractylodes macrocephala rhizoma), Dang Shen (Codonopsis radix); - bei geschwollener, empfindlicher Mamma nach dem Abstillen
zusammen mit Shen Qu (Massa medicata fermentata).
Schwangerschaft:
Mai Ya (Hordei fructus germinatus) kann auch während der Schwangerschaft angewendet werden. Jedoch sollten stillende Mütter diese Arznei meiden!
Warnhinweis:
- Stillende Mütter sollten die Arznei meiden!