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Bildungspolitik der VR China

Wichtigste Aufgabe der chinesischen Bildungspolitik bleibt der Ausbau des Schul- und Hochschulwesens. Ein Problem ist das Bildungsgefälle zwischen Stadt und Land sowie zwischen einkommensstarken und -schwachen Familien.

Im Hochschulbereich wurden die vorhandenen Ausbildungskapazitäten in den vergangenen Jahren erheblich ausgeweitet. Gleichwohl besteht nach wie vor großes Interesse an einem Studium im Ausland, das durch vielfältige in- und ausländische Stipendien gefördert wird. Derzeit besuchen etwa 20 % eines Jahrgangs eine Hochschule, im Jahre 2009 legten etwa 10 Mio. Schüler die zentrale Hochschulzulassungsprüfung( „Gaokao“) ab.

Momentan verschärft die wachsende Zahl der Absolventen – 2010 voraussichtlich 6,3 Millionen – die infolge der Wirtschaftskrise aufgetretene Akademiker-Arbeitslosigkeit. Um dem entgegen zu steuern, betreibt die Regierung seit Anfang 2009 ein Maßnahmenpaket zur Unterstützung junger Akademiker und zur Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze besonders in ländlichen Gebieten, in denen ein Mangel an Fachkräften herrscht.

Als weitere Prioritäten nennt der 11. Fünf-Jahresplan (2006-2010) der Regierung die landesweite Verwirklichung der neunjährigen Schulpflicht sowie die Verringerung des Analphabetentums. Die Hochschulen haben begonnen, ihre Ausbildungskapazitäten erheblich auszuweiten. Damit soll einerseits das für die weitere Entwicklung Chinas erforderliche qualifizierte Personal ausgebildet, andererseits aber auch der erhebliche Auslesedruck, dem chinesische Oberschüler ausgesetzt sind, vermindert werden. Verstärkt sollen auch die Fachhochschulen ausgebaut werden. Die weiterhin nicht ausreichende Zahl von Studienplätzen und ein allgemein großes Interesse am Ausland lassen die Zahl chinesischer Auslandsstudenten weiter steigen. Dennoch verschärft die wachsende Zahl der Absolventen auch deren Wettbewerb im Arbeitsmarkt.

Deutschland ist eines der beliebtesten Ziele für ein Auslandsstudium und hat bei chinesischen Studienanfängern in den letzten Jahren hohe Steigerungsraten erfahren. Dadurch stellt China seit 2000 die größte Gruppe ausländischer Studierender an deutschen Hochschulen. Im Wintersemester 2004/2005 waren mehr als 27.000 chinesische Studenten in Deutschland immatrikuliert. Die Akademische Prüfstelle (APS) an der Deutschen Botschaft Peking überprüft seit ihrer Einrichtung im Sommer 2001 die Bildungsnachweise von chinesischen Studienbewerbern und eröffnet den Bewerbern mit Hochschulzugangsberechtigung ein beschleunigtes Visumverfahren. Die systematische Überprüfung setzt sichtbare Qualitätsstandards. Sie hat sowohl den fachlichen Ruf chinesischer Studenten in Deutschland als auch das Ansehen deutscher Hochschulen in China verbessert.


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