Mit Xiao Hui Xiang (Foeniculi fructus) werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin die Samen des auch in Europa seit der römischen Zeit kultiverten Fenchel der früher vorwiegend als Schankheitsmittel Verwendung fand. So soll der griechische Name des Fenchel „Marathron“ von dem Verb für „dünn werden“ abgeleitet sein.
Seit dem 11. Jahrhundert wird Xiao Hui Xiang (Foeniculi fructus) auch in China verwendet und gilt als eine der wichtigen wärmenden Drogen bei Magenproblemen. Auch sollen die Fenchelsamen eine positive Wirkung auf die Leber haben.
Familie:
Umbelliferae (Doldengewächse)
Stammpflanze:
Foeniculum vulgare Miller
Deutscher Name:
Fenchelsamen
Englischer Name:
Fennel
Vorkommen:
Xiao Hui Xiang (Foeniculi fructus) ist in vielen Provinzen Chinas zu finden.
Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Im Herbst, wenn die Früchte fast reif sind, werden die Pflanzen geschnitten und in der Sonne getrocknet. Anschließend werden die Samen herausgeschüttelt und von Fremdbestandteilen gereinigt.
Xiao Hui Xiang (Foeniculi fructus) ist kühl und trocken zu lagern.
Temperaturverhalten:
warm
Geschmack:
scharf
Funktionskreisbezug:
Magen, Leber, Niere, Milz
Wirkrichtung:
oberflächlich
Wirkort:
Unteres und Mittleres Calorium, Leitbahnen
Wirkungsweise:
lindert Verdauungsstörungen und Blähungen, kreislauffördernd, entzündungshemmend, schleimlösend, harntreibend, den Milchfluss stimulierend.
Traditionelle Verwendung:
- Regulierung und Bewegung des Qi; Anwendung bei
Schmerzen im Unterbauch, Schmerzen im Skrotum (Hodensack), Hernien (eine angeborene oder erworbene Lücke in den tragenden Bauchwandschichten); - Beseitigung von Schmerzen; Anwendung bei
Schmerzen im Unterbauch oder im Verlauf des Leber-Meridians, Kälteblockaden; - Wärmung des Magens und des mittleren Jiao; Anwendung bei
Blockaden im unteren Calorium, Schmerzen im Unterbauch, Kältegefühl im Bauchraum, Aufstossen, Verdauungsstörungen, Appetitverlust; - Erwärmung der Meidiane; Anwendung bei
Blockaden des Leber-Meridians, Stagnationen im unteren Calorium.
Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3g bis 6g
Kombination mit anderen Arzneien der TCM:
- bei Problemen in Verbindung mit Kälte im Magen und kolikartiger Schmerzen, Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen und Erbrechen zusammen mit
Rou Gui (Cinnamomi cortex), Wu Yao (Linderae radix), Sheng Jiang (Zingiberis rhizoma recens), Hou Po (Magnoliae officinalis cortex); - bei Schmerzen im Bauchbereich, die bis in die Hoden ausstrahlen, Prolaps (unnatürliche Vorfall eines Organs oder eines Organteils) zusammen mit
Li Zhi He (Litchi semen).
Klassische Rezepturen:
Nuan Gan Jiao
Schwangerschaft:
Xiao Hui Xiang (Foeniculi fructus) während der Schwangerschaft mit Vorsicht anwenden!
Forschungsergebnisse:
Durch wissenschaftliche Untersuchungen konnten exspektorierende, spasmolytische und karmitative Wirkungen festgestellt werden. In seltenen Fällen können allergische Reaktionen auftreten.
Warnhinweis:
- Mit Vorsicht anwenden bei Yin-Mangel-Syndromen und daraus folgender Hitzeentwicklung sowie während der Schwangerschaft!