Die Feng-Shui-Prinzipien des Meister Yang Yun Sang mit dem Namen "Form-Schule" erklärt die guten sowie die Schlechten Orte in Hinsicht auf die Drachen Symbolik. Demanch erfordern gute Feng-Shui-Standorte die Präsenz des Drachen, und wo sich der wahre Drachen befindet, ist auch der weiße Tiger anwesend.
Feng-Shui-Meister, die sich der Form-Schule verschrieben haben, beginnen ihre Suche nach günstigen Standorten stets mit der ersten Suche nach dem Drachen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Landschaftsformen, auf den Formen von Hügeln, Bergen und Gewässern, ihre Lage und Ausrichtung.
Während die Drachen-Symbolik die Hauptstütze der Prinzipien der Form-Schule war, entstand ein zweites großes System, mit dem die Praxis des Feng Shui aus einer ganz anderen Perspektive heraus angegangen wird. Dieses System legt Wert auf metaphysiche Spekulationen, um mit den Symbolen des I Ging – Buch der Wandlungen, den Trigrammen und den Hexagrammen – drei und sechs Liniensymbolen, gutes und schlechtes Feng Shui zu berechnen.
Diese Triagramme waren um ein achtseitiges, achteckiges Symbol namens Pa Kua angeordnet. Abhängig von der Platzierung der acht Trigramme wurden auch entsprechende andere Attribute und Symbole ausgewiesen. Diese wiesen auf Farben, unterschiedliche Familienmitglieder, genaue Himmelsrichtungen, eines der fünf Elemente und andere Attribute hin.
Jedes dieser Symbole und Attribute sollte wichtige Aufschlüsse für die Gestaltung von Häusern und Wohnräumen bieten, für die Zuweisung der verschiedenen Räume zu unterschiedliche Zwecken und für die Vergabe der verschiedenen Bereiche an die Mitglieder der Familie, um auf diese Weise das günstige Feng Shui für die ganze Familie zu maximieren.
Die Prinzipien des zweiten Hauptsystems der Feng-Shui-Praxis wurden unter dem Namen "Kompass-Schule" zusammengefasst. Je nachdem welcher Zeig dieser Schule praktiziert wurde, bediente man sich zur Berechnung unterschiedlicher Methoden und Vergleiche.
Bestimmte Zweige der Kompass-Schule betonte auch den Einfluss der Planeten auf die Qualität der Standorte. Im Gegensatz zur Form-Schule messen sie den Landschaftsformen nur eine geringe Bedeutung zu. Das Hauptgewicht liegt hier vor allem auf den komplexen Berechnungen der tatsächlichen Abmessungen, der Himmelsrichtungen, der Sektoren der Haupteingänge und derwichtigen Räume.
Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert haben sich die beiden Schulen, die Form-Schule und die Kompass-Schule, miteinander verbunden. Die Theorien der Form-Schule einschließlich der Überzeugungen in der Drachen-Symbolik gewannen unter den Anhängern der Kompass-Schule eine breitere Akzeptanz in der Praxis. Feng-Shui-Praktiker in Hongkong und Taiwan wenden üblicherweise eine verschwommene Kombination beider Schulen an.
Zwischen den beiden Schulen erfordert die Form-Schule mit einer starken Betonung der natürlichen Landschaft ein größeres Maß an intuitiver Einsicht. Sie ist daher schwerer anzuwenden, auch wenn die Symbolik des Grünen Drachen und Weißen Tigers relativ leicht zu verstehen ist. Die Methoden der Kompass-Schule sind dagegen schwieriger zu erlernen und ihre Formeln schwerer zu begreifen. Doch sobald sie beherrscht werden, sind sie aufgrund ihrer präziseren Methoden leicher anzuwenden.
Eine ausführliche Abhandlung zum Thema findet sich in dem Buch des Sinologen Dr. Manfred Kubney: Feng Shui: Die Struktur der Welt". In diesem Buch stellt Dr. Manfred Kubny erstmals anhand chinesischer Urtexte die Geschichte des Feng Shui und die der chinesischen Raumpsychologie zugrundeliegende Philosophie umfassend dar.
Dr. Manfred Kubny wurde 1959 geboren und ist promovierter Sinologe (Universitäres Hauptfach: Sinologie; Universitäre Nebenfächer: Japanologie, Geschichte der Medizin, zusätzliches Teilstudium in Musikwissenschaft), Komplentärausbildung: Gesundheitspädagoge SKA. 1988 Magister Artium an der LMU München 1994 Promotion an der LMU München (bei Prof. Dr. Wolfgang Bauer). Manfred Kubny ist ein anerkannter Experte für die Geschichte, Theorie und Praxis der traditionellen chinesischen Wissenschaften. Er spricht fließend Chinesisch und kann sowohl klassisches als auch modernes Chinesisch lesen, lebte jahrelang in Taiwan ROC und in der Volksrepublik China, wo er bei bekannten Meistern und Traditionshaltern in die Techniken Taiji Quan, Feng Shui und die traditionelle chinesische Astrologie (Bazi Suanming) eingewiesen wurde. Bereits 1984 erhielt er eine offizielle Lehrbefugnis mit Diplomzertifikat des taiwanesischen Kultusministeriums für das Unterrichten von Taiji Quan. Manfred Kubny gilt als einer der wenigen westlichen Experten, die in der Lage sind, die mantischen und seherischen Texte aus der klassischen und modernen chinesischen Originalliteratur zu lesen und zu interpretieren.
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