Cinnabarit oder Zinnober, wie Zhu Sha (Cinnabaris) in deutsch genannt wird, ist ein geruchsloses, rotes Kristall, das in der Traditionellen Chinesischen Medizin als ein Arzneimittel zur Absenkung und Beruhigung des Geistes bekannt.
Pinyin:
Zhū Shā
Chemischer Name:
Quecksilbersulfid HgS
Deutscher Name:
Zinnober, Cinnabarit
Englischer Name:
Cinnabar, Vermillion Sand
Temperaturverhalten:
tendenziell kalt
Geschmack:
süß
Funktionskreisbezug:
Herz
Wirkrichtung:
absenkend
Wirkort:
Tiefe, Innere
Traditionelle Verwendung:
- Absenkung des Yang;
Anwendung zur Absenkung des Herz-Yang bei Unruhe, Nervosität, Erregungszuständen, Schlaflosigkeit, Epilepsie;
Anwendung bei Glut im Funktionskreis Herz mit hohem Fieber, Bewusstlosigkeit, Herzklopfen, Angstzuständen, klonisch-tonischen Krämpfen; - Beruhigung und Ausgleichung;
Anwendung bei Unruhe, Nervosität, Schlaflosigkeit, Herzklopfen; - Entgiftung und Desinfizierung;
Anwendung bei Karbunkel, Geschwüre im Mund, entzündetem Rachen, Aphthen, Infektionen, Geschwüren, Schlangenbissen; - Kanalisierung von Schleim;
Anwendung bei Wind, Schleim mit Schwindel;
Anwendung bei Schleim im Funktionskreis Herz: Epilepsie, klonisch-tonischen Krämpfen, Bewustlosigkeit, Fieber
Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
0,3 g bis 1 g, Standard 0,3 g
Kochzeit:
Zhu Sha (Cinnabaris) wird nicht gekocht. Die pulverisierte Droge wird zusammen mit dem bereits fertigen Dekokt der übrigen Arzneimittel eingenommen.
Kombination mit anderen Arzneien der TCM:
- bei Glut im Funktionskreis Herz in Verbindung mit mentaler Unruhe
zusammen mit Gan Cao (Glycyrrhizae radix); - bei Glut im Funktionskreis Herz verursacht durch Xue-Schwäche
zusammen mit, Dang Gui (Angelica sinensis radix), Huang Lian (Coptidis rhizoma), Gan Cao (Glycyrrhizae radix), Sheng Di Huang (Rehmanniae radix); - bei Schwäche des Xue in Verbindung mit Schlaflosigkeit, Herzklopfen und Angstzuständen
zusammen mit Dang Gui (Angelica sinensis radix), Bai Zi Ren (Biotae seu Platycladi semen), Suan Zao Ren (Ziziphi spinosae semen); - bei akuter oder chronischer Krämpfneigung
zusammen mit Tian Nan Xing (Arisaematis rhizoma), Tian Zhu Huang (Bambusae concretio silicea); - bei Krampfanfällen
zusammen mit Shen Qu (Massa medicata fermentata), Ci Shi (Magnetitum).
Verträglichkeit mit anderen chinesischen Arzneien:
- Die Wirkung wird gestört durch Ci Shi (Magnetitum).
- Die Wirkung wird beschrännkt durch Blut.
- Die Giftigkeit wird aufgehoben durch Che Qian Zi (Plantaginis semen), Shi Wei (Pyrrosiae herba), Zao Jiao Ci (Gleditsiae chinensis spina), Qu Mai (Dianthi herba), Jue Ming Zi (Cassiae semen), Tian Nan Xing (Arisaematis rhizoma), Fu Zi (Aconiti radix lateralis praeparata), Di Yu (Sanguisorbae radix), Di Gu Pi (Lycii radix cortex), Sang Shen (Mori fructus), Sang Ye (Mori folium), Zi Hua Di Ding (Violae herba), Salzwasser.
Schwangerschaft:
Zhu Sha (Cinnabaris) darf nicht während der Schwangerschaft angewendet werden!
Giftigkeit:
Zur Vermeidung einer Quecksilbervergiftung sollte Zhu Sha (Cinnabaris) nicht erhitzt werden. Auch eine Langzeitanwendung oder höhere Dosierung ist zu vermeiden.
Warnhinweis:
- Nicht erhitzen!
- Keine Langzeitanwendung!
- Keine höhere Dosierung!