Die Samen des Asiatischen Wegerichs – Che Qian Zi (Plantaginis semen) – werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) als ein Arzneimittel zum Ausscheiden und Umwandeln von Flüssigkeit eingesetzt. Weiterhin dienen die Samen als Meldearznei für den unteren Wärmebereich.
Erstmals als Arzneimittel beschrieben wurden die Samen im Shen Nong Ben Cao Jing (Shen Nong’s Kräuter).
Pinyin:
Chē Qián Zi
Traditionelle Langzeichen:
車前子
Familie:
Plantaginaceae (Wegerichgewächse)
Stammpflanze:
Plantago asiatica L.
Deutscher Name:
Asiatischer Wegerichsamen
Englischer Name:
Plantain Seed
Vorkommen:
Che Qian Zi (Plantaginis semen) ist überall in China zu finden.
Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Im Sommer und Herbst, wenn die Samen reif sind, werden die Ähren geschnitten, getrocknet und sie Samen herausgelöst. Die Samen sind sehr empfindlich gegenüber von Feuchtigkeit und müssen gut belüftet und trocken gelagert werden.
Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
Der Samen des Asiatischen Wegerichs hat einen leichten Geruch und ist mild im Geschmack.
Temperaturverhalten:
leicht kalt
Geschmack:
süß
Funktionskreisbezug:
Leber, Niere, Blase, Dünndarm, Lunge
Wirkrichtung:
absenkend
Wirkort:
unterer Wärmebereich (Calorium), Kopf, Augen, Haut
Traditionelle Verwendung:
- Feuchtigkeit nach außen leiten;
Anwendung bei schmerzhafter Funktionsstörung der Blase, spärlichem oder ausbleibendem Urin, Strangurie, Durchfall, Spannungs- und Völlegefühl, Neigung zu Ödemen; - Kühlen von Hitze;
Anwendung bei schmerzhaftem Wasserlassen, geschwollenen, geröteten Augen, Husten mit gelbem Auswurf; - Ausleitung feuchter Hitze;
Anwendung bei schmerzhaftem Wasserlassen, Durchfall, geschwollenen, geröteten Augen; - Klären von Augen und Kopf;
Anwendung bei Hitze im Funktionskreis Leber, Sehtrübungen, geröteten Augen, durch Hitze-Wind geröteten Augen; - Kanalisieren von Schleim;
Anwendung bei Husten mit viel Auswurf; - Stillen von Husten;
Anwendung bei Husten mit Schleim.
Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3 g bis 15 g; Standard 6 g
Kochzeit:
20 Minuten in einem Tuch kochen
Kombination mit anderen Arzneien der TCM:
- bei Hitze im Funktionskreis Blase in Verbindung mit Oligurie, Harnverhalt, schmerzhaftem Wasserlassen
zusammen mit Hua Shi (Talcum), Chuan Mu Tong (Clematidis armandii caulis); - bei feuchter Hitze in Verbindung mit Durchfall
zusammen mit Fu Ling (Poriae sclerotium cocos albae), Ze Xie (Alismatis rhizoma), Yi Yi Ren (Coicis semen); - bei Hitze im Funktionskreis Leber in Verbindung mit geröteten, geschwollenen Augen, Sehtrübung
zusammen mit Ju Hua (Chrysanthemi Flos), Jue Ming Zi (Cassiae semen), Qing Xiang Zi (Celosiae semen), Huang Qin (Scutellaria baicalensis radix), Long Dan Cao (Gentianae radix); - bei Hitze-Wind im Funktionskreis Lunge, Husten, viel schleimigem Auswurf
zusammen mit Ku Xing Ren (Armeniacae amarum semen), Jie Geng (Platycodi radix), Zi Su Zi (Perillae fructus); - bei Neigung zu Ödemen, Spannungsgefühl, schmerzhaftem Wasserlassen
zusammen mit Ze Xie (Alismatis rhizoma); - bei Hitze im unteren Wärmebereich (Calorium), Nierensteinen, schmerzhaftem Wasserlassen, spärlichem Urin
zusammen mit Hai Jin Sha (Lygodii spora), Zhi Zi (Gardeniae fructus); - bei Schwäche in den Funktionskreisen Leber und Niere, Sehstörungen, Katarakt
zusammen mit Shu Di Huang (Rehmanniae radix preparata), Gou Qi Zi (Lycii fructus), Yi Yi Ren (Coicis semen); - bei chronischem Husten bei Kindern mit viel Auswurf
zusammen mit Fang Ji (Stephaniae radix), Ban Xia (Pinelliae rhizoma), Chen Pi (Citri reticulatae pericarpium), Bai Bu (Stemonae radix).
Verträglichkeit mit anderen chinesischen Arzneien:
Che Qian Zi (Plantaginis semen) setzt die Giftigkeit von Zhu Sha (Cinnabaris) herab.
Schwangerschaft:
Während der Schwangerschaft darf Che Qian Zi (Plantaginis semen) nicht angewendet werden!
Warnhinweis:
- Nicht anwenden bei Erschöpfung des Yang-Qi und bei Schwäche des Nieren-Yang!
- Nicht während der Schwangerschaft anwenden!