In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Chuan Mu Tong (Clematidis armandii caulis) hauptsächlich als ein Arzneimittel zum Ausscheiden von Flüssigkeit und zur Umwandlung von Feuchtigkeit verwendet. Erstmals beschrieben wurde diese Arznei im Tian Bao Ben Cao (Tian Bao Materia Medica).

Pinyin:
Chuān mù tōng
Familie:
Ranunculaceae (Hahnenfußgewächse)
Stammpflanze:
Clematidis armandi
Deutscher Name:
Clematisstängel
Englischer Name:
Clematis stem
Vorkommen:
Chuan Mu Tong (Clematidis armandii caulis) findet man vor allem in der chinesischen Provinz Sichuan aber auch in den Provinzen Guizhou, Yunnan
Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Im Frühjahr oder im Herbst werden die Stängel werden geschnitten, geschält und anschließend an der Sonne getrocknet. Sie sind gut belüftet und trocken zu lagern. Es ist zu beachten, dass die Stängel sehr empfindlich gegenüber Feuchtigkeitseinfluss sind.
Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
Chuan Mu Tong (Clematidis armandii caulis) hat keinen starken Geruch und schmeckt sehr mild.
Temperaturverhalten:
kalt
Geschmack:
bitter, neutral
Funktionskreisbezug:
Herz, Dünndarm, Lunge, Blase
Wirkrichtung:
absenkend
Wirkort:
unterer Wärmebereich (Calorium), Rachen, Hals
Wirkungsweise:
harntreibend
Traditionelle Verwendung:
- Ausleiten von Glut;
Anwendung bei Erregungszuständen, Schlaflosigkeit, Geschwüren im Mund und auf der Zunge, spärlicher bis ausbleibender Urin, Neigung zu Ödemen; - Kühlen von Hitze;
Anwendung bei spärlichem Urin, Schlaflosigkeit, Geschwüren; - zur Behandlung von Exzemen, Verbrennungen und Geschwüren;
Anwendung bei Geschwüren im Mund und auf der Zunge; - Lösen von Blutstauungen;
Anwendung bei stockender Laktation (Milchabgabe), Amenorrhö (ausbleiben der Menstruation), steifen Gelenken; - Ausleitung von Feuchtigkeit bei Wind;
Anwendung bei Bi-Syndrom (schmerzhafter Verschluss eines Hohlorgans), rheumatischen Schmerzen.
Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
3 g bis 9 g; Standard 3 g
Kochzeit:
20 Minuten
Kombination mit anderen Arzneien der TCM:
- bei Hitze in den Funktionskreisen Herz und Dünndarm mit Ödemen und schmerzhafter Miktion (Entleerung der Harnblase)
zusammen mit Che Qian Zi (Plantaginis semen); - bei Glut im Funktionskreis Herz mit Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Schmerzen im Rachen, Geschwürbildung in der Mundhöhle
zusammen mit Xian Zhu Ye (Bambusae folia), Sheng Di Huang (Rehmanniae radix); - bei Ödemen
zusammen mit Fu Ling (Poriae sclerotium cocos albae), Zhu Ling (Polyporus); - bei Schwäche der Laktation (Milchabgabe) und Schwäche des Qi
zusammen mit Huang Qi (Astragali radix), Dang Gui (Angelica sinensis radix); - bei stockender Laktation (Milchabgabe)
zusammen mit Wang Bu Liu Xing (Vaccariae semen); - bei Stauungen des Bluts mit Amenorrhö (ausbleiben der Menstruation)
zusammen mit Niu Xi (Achyranthis bidentatae radix), Hong Hua (Carthami flos).
Schwangerschaft:
Chuan Mu Tong – 川木通 (Clematidis armandii caulis) darf nicht während der Schwangerschaft angewendet werden.
Giftigkeit:
Da Verwechslungsgefahr besteht muss deutlich unterschieden werden zwischen Chuan Mu Tong – 川木通 (Clematidis armandii caulis) und Guan Mu Tong – 關木通 (Aristolochiae manshurensis caulis). Die Mu Tong caulis Drogen von verschiedenen Pflanzen geliefert werden, die zum Teil Aristocholsäure enthalten können und sind diese darauf zu prüfen. Aristocholsäure wirkt nephrotoxisch (nierenschädigend) und cancerogen (krebserregend). Eine starke Überdosierung kann zu akutem Nierenversagen führen. Bei Anwendung über einen längeren Zeitraum ist ebenfalls ein Nierenversagen möglich. Clematis enthält keine Aristocholsäure! Um Verwechslungen zu vermeiden soll die Droge mit Chuan mu tong präzisiert werden.
Warnhinweis:
- Nicht anwenden bei fehlender feuchter Hitze und bei Yin-Schwäche!
- Nicht während der Schwangerschaft anwenden!