Shang Lu (Phytolaccae radix) wird vorwiegend zur Ausleitung von Flüssigkeit eingesetzt. Die Kermesbeerenwurzel, so der deutsche Name, wurde erstmals im Shen Nong Ben Cao Jing als Arzneimittel der Traditionellen Chinesischen Medizin beschrieben. Sie werden als unverarbeitete Rohdroge verwendet oder vorher mit Essig behandelt.

Die ganz jungen Triebe der Kermesbeere werden in ihrer asiatischen Heimat oft auch als Gemüse gegessen. Die jungen Blätter und Triebe enthalten fast kein Gift, je älter die Blätter und Stengel werden, desto giftiger werden diese. Auch alle anderen Pflanzenteile sind giftig, die rübenartige Wurzel ist jedoch am giftigsten.
Bei den Beeren nimmt mit zunehmenden Reifegrad die Giftigkeit des Fruchtfleiches ab, die Samen allerdings bleiben giftig.
In Europa ist die Pflanze immer häufiger als Zierpflanze anzutreffen und teilweise findet man auch ausgewilderte Exemplare.
Pinyin:
Shāng Lù
Synonym:
Zhāng liǔ – 樟柳 – Anisodinewurzel
Traditionelle Langzeichen:
商陸
Familie:
Phytolaccaceae (Kermesbeerengewächse)
Stammpflanze:
Phytolacca acinosa Roxb. oder Phytolacca americana L.
Deutscher Name:
Kermesbeerenwurzel
Englischer Name:
Indian poke, Indian pokeweed
Inhaltsstoffe:
Alpha-Spinasterol, Cyanfarbstoffe, Enzyme, fettes Öl, Gamma-Aminobuttersäure, Gerbstoffe, Harze, Histamin, Lectine, Lignane, Phytolaccagenin, Phytolaccanin, Phytolaccatoxin, Phytolaccosaponin, Phytolaccoside, Phytolaccoside, Pokeweed-Mitogene, Saponinglykoside, Triterpensaponine,
Vorkommen:
Shang Lu (Phytolaccae radix) ist in den meisten Gebieten Chinas zu Hause.
Sammlung, Aufbereitung, Lagerung:
Kermesbeerenwurzeln werden von Herbst bis zum nächsten Frühjahr gesammelt.
Tatsächlicher Geruch und Geschmack:
Die Kermesbeerenwurzel hat einen leichten Geruch, schmeckt leicht süß und hinterlässt ein betäubendes Gefühl als Nachgeschmack. Die beste Qualität haben die großen, gelblich-weißen Stücke.
Temperaturverhalten:
kalt
Geschmack:
bitter, scharf
Funktionskreisbezug:
Dickdarm, Lungen, Nieren
Wirkrichtung:
absenkend
Wirkungsweise:
antiviral, entzündungshemmend, harntreibend, immunstärkend, schleimlösend, schmerzstillend.
Traditionelle Verwendung:
- Ausleitung von Flüssigkeit;
Anwendung bei Ödemen, Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Verstopfung; - Entlastung von Schwellungen, ableitenden Knöllchenbildung, Ausleitung von Toxizität bei äußerer Anwendung; Dafür wird die frische Wurzel mit einer Menge Salz zerstoßen und äußerlich angewendet;
Anwendung bei Wunden und Abszessen.
Typische Dosierung in der Traditionellen Chinesischen Medizin:
5 g bis 10 g für die äußere Anwendung.
Bei oraler Verabreichung sollten die Wurzeln vorher mit Essig behandelt werden, um die Giftstoffe abzuschwächen.
Kombination mit anderen Arzneien der TCM:
- zur Ausleitung von Flüssigkeit
zusammen mit Ze Xie (Alismatis rhizoma), Fu Ling Pi (Poriae cocos cortex); - bei Feuchtigkeit, insbesondere bei Beinödemen
zusammen mit Ze Xie (Alismatis rhizoma), Bing Lang (Arecae semen).
Klassische Rezepturen:
Shu Yin Zao Zi Ji Sheng Fang
Die Kermesbeerenwurzel kann auch zusammen mit Karpfen und Chi Xiao Dou (Phaseoli semen; Azukibohnen) gekocht werden.
Schwangerschaft:
Shang Lu (Phytolaccae radix) darf nicht während der Schwangerschaft angewendet werden!
Giftigkeit:
Alle Pflanzenteile sind giftig. Am giftigsten ist die rübenartige Wurzel
Warnhinweis:
- Nicht während der Schwangerschaft oder während der Stillzeit anwenden!